Tom Pauls entging knapp Felssturz am Rauenstein



Tom Pauls entging knapp einem gigantischen Felssturz am Rauenstein. Am ersten Sonntag im neuen Jahr wurde Tom Pauls, ein bekannter sächsischer Schauspieler, laut sz-online.de direkter Zeuge eines spektakulären Felssturzes. Spektakulär vorallem auch, weil dieser Felssturz direkt an einer oft genutzten Kletterstelle und Boofe herunterkrachte. Welch ein Glück, daß unserer "Ilse Bähnert" nix passierte und sich zu dieser Zeit auch keine Klettergruppe am Übungsfels befand... Artikel bei der SZ-online.de>>

Tom Pauls beim Felssturz im Elbsandsteingebirge Sächsische Schweiz Quelle sz-online.de

Dieser Felsabgang ist aber "global gesehen" kein wirklich großes Ereignis. Immer wieder gab und gibt es im weichen Sandstein der Sächsischen Schweiz Felsabbrüche kleinerer oder größerer Art. Letztlich ist das Gebirge in der heutigen Gestalt ja durch Erosion herausgeformt worden...
Hier mal einige Felsstürze des Elbsandsteingebirges der heutigen Zeit:

Felssturz Pfaffenstein: 1838 gingen hier größe Teile der Felswand hernieder. Einige Blöcke blieben heil und sind heute beliebte Klettergipfel, wie z.B. die Klamotte
Klamotte - Überbleibsel eines Felssturzes am Pfaffenstein, Quelle Wikipedia

Felssturz Papststein: Im Januar 1972 kam es an der Südseite des Papststeines zu einem größeren Felssturz. Eine etwa 15 m hohe, 12 m breite und 8 m tiefe Wand (etwa 1500 Kubikmeter) stürzte ab und fraß eine 50 - 80 m breiten Schneise in den darunterliegenden Waldhang. Noch heute sind die Spuren und mehrere größere Felsblöcke zu sehen.

Nahe der Tyssaer Wände: 1981 stürzte der Neuberturm, ein bedeutender Klettergipfel im Böhmischen, nach fortschreitender Erosion ein

Auch ein Teil der Zschandnadel im Hinteren Teil des Nationalparks Sächsische Schweiz wurde Opfer der Erosion.

Rauenstein: bereits vor einigen Jahrzehnten gab es etwa 200 Meter von der diesjährigen Absturzstelle einen noch größeren Felssturz

Zurückesteig: Vielleicht vor 8-10 Jahren löste sich eine ca. 4 m hoher Fels und stürzte über die Steiganlage am Zurückesteig hinab. Heute kann man oben gleich um die Ecke von der auffälligen Schlangenwurzel einer großen Kiefer die Abbruchstelle und unten am Weg noch einige kleinere, scharfkantige, bereits bemooste Felsbrocken liegen sehen.
Abbruchstelle Felssturz am Zurückesteig in den Schrammsteinen, Quelle www.webergrotte.de/stiegen/html/st_zurueckesteig_fotos.htm

Wartturm: Auf ganzer Höhe brach im November 2000 ein Teil des Wartturms nahe der Bastei ab. Der Sandstein donnerte rund 60 Meter tief ins Tal und bildete einen riesigen Sandhaufen direkt neben einer Berghütte. Wie durch ein Wunder wird niemand verletzt.

Wehlgrund Felssturz an den Wehltürmen bei Rathen im Mai 2005.

Hinterhermsdorf Geröll stürzt auf eine Straße bei Hinterhermsdorf (Oktober 2006)

Brandgebiet Felssturz an der Hunskirchlerspitze im Brandgebiet (Oktober 2006)

Haldenweg von Wehlen nach Rathen im Mai 2009 stürzt eine 50x30 Meter große Felsplatte in den Weißen Brüchen aus den alten Steinbruchwänden heraus

Kirnitzschtal Am Zeltplatz Ostrauer Mühle geht eine Gerölllawine ab und begräbt Teile der Kirnitzschtalstraße unter sich - Juli 2009:.
Hrensko mehrere große Felsblöcke stürzen im Oktober 2009 beim Grenzübergang auf die stark befahrene Straße zwischen Decin und Bad Schandau. Lange dauert es, bis die Straße wieder normal befahrbar war.

Porschdorf Im März 2010 stürzen Felsbrocken auf einen Garagenkomplex in Porschdorf. Eine Garage wird zerstört.

Polenztal Felssturz im Schulzengrund bei Hohnstein. Der Wanderweg wurde eine zeitlang gesperrt - Februar 2011.

Kirnitzschtal, Kuhstall Nahe der bekannten Durchgangshöhle Kuhstall stürzt ein ca. 8 Meter hoher Sandsteinblock in sich zusammen / April 2011

Schwedenlöcher im Mai 2012 eine Baumwurzel verursacht das Abbrechen eines Felsens von rund 2,50 Metern Größe aus der Wand. Beim Herunterstürzen zerbricht der Sandsteinbrocken mehrfach und seine Teile verletzen 7 Wanderer auf dem stark begangenen Wanderweg. Großeinsatz der Bergwacht. Nach Untersuchungen in den schwedenlöcher sperrte die Nationalparkverwaltung den Wanderweg durch die Schwedenlöcher nochmals von Februar bis August 2013, weil erneut eine Felsplatte abzubrechen droht. Der Fels wurde beseitigt und die beliebte Steiganlage zusätzlich teilerneuert.

Aufstieg zur Bastei Eine Felsplatte löst sich im Juni 2014 am Wanderweg zur Basteibrücke und stürzt auf den Weg. Eine Frau wird verletzt.

Highlight für viele Kletterer Im Kirnitzschtal kommt es am 2.9.2015 zu einem massiven Felssturz. Ein vielleicht 50 t schwerer Felsbrocken rollt bis auf die Kirnitzschtalstraße. Niemand wird verletzt. Die Straße blieb 2 Monate gesperrt, um den Hang umfassend zu sichern. Einheimische Kletterer pilgerten zu diesem 5 Meter hohen Sandsteinbrocken und bestiegen ihn und nannten ihn die "Eintagsfliege", der er schon einen Tag später zertrümmert und abtransportiert wurde

Felssturz Kirnitzschtal, Quelle ovps.de

Wehlen Vor über 1 Jahr , im November 2014, gabs am Hang an der Hofewiese in Stadt Wehlen eine Felslawine mit rund 25 Tonnen Gestein. Einige Brocken beschädigen die darunter liegende Villa Maria.

Und nun 2016 der Abbruch an der Kletter-Übungsstelle am Rauenstein... Hier noch ein Bild aus sz-online.de
Abbruchstelle des Felssturz im Elbsandsteingebirge Sächsische Schweiz Quelle sz-online.de

Quellen: sz-online.de, Wikipedia, OVPS u.a.