Erdbeben nahe der Sächsischen Schweiz am 23.9.13



Am Montag, den 23.9.13 kam es im sächsischen Pirna zu einem leichten Erdbeben. Verschiedene Zeitungen und Radiosender berichteten, dass am Abend zahlreiche Anwohner im Raum Pirna durch ein lautes Grollen aufgeschreckt wurden. Wände und Fenster vibrierten - ein Erdbeben! Und das bei uns am Rande der Sächsischen Schweiz! Doch auf das Klettern im nahen Elbsandsteingebirge sollte dieses leichte Erdbeben keine Auswirkungen haben.

Im Geophysikalischen Observatorium am Collmberg in Nordsachsen wurde um 20.02 Uhr eine Magnitude von 2 gemessen. Dreieinhalb Minuten später und nach einer Stunde habe es Nachbeben geringerer Stärke gegeben, sagte Siegfried Wendt, wissenschaftlicher Leiter des Observatoriums, am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa.

Auch im Observatorium in Berggießhübel (Sächsische Schweiz) wurde das Beben mit einer Stärke von 1,8 registriert.
Für die Wissenschaftler ist dieses Ereignis in dieser Region recht ungewöhnlich. Das Epizentrum wurde etwa 20km nördlich von Pirna in der Region Stolpen angenommen und soll in einer Tiefe von 12 km aufgetreten sein. Diese Region gehörte bisher eher nicht zu einem Erdbebengefährdeten Gebiet. In Sachsen treten Erdbeben meist im Vogtland auf.

Vor vielen Millionen Jahren waren jedoch in Sachsen viele Gebiete vulkanisch aktiv. So bestehen die Kletterfelsen im heutigen Klettergebiet Hohburger Berge bei Leipzig aus vulkanischem Gestein. Auch in der Sächsischen Schweiz und im benachbarten Böhmen haben vor Jahrmillionen Vulkane die Sandsteinschicht durchstoßen und sind als runde Bergkuppen noch heute als solche zu erkennen. Besonders bekannt sind dabei die Basaltberge Großer Winterberg bei Schmilka und Rosenberg in Tschechien. Auch die Burg Stolpen steht auf einem Basaltsockel, insofern ist es vielleicht gar nicht so abwegig, daß auch in Ostsachsen ein solches Beben aufgetreten ist.

Für das Klettern an den empfindlichen Sandsteinfelsen der Sächsischen Schweiz sollte das Ereignis keine Auswirkungen haben. Dennoch - die Natur zeigt uns immer mal wieder, wozu sie fähig ist. Erst der lange Winter, dann das Hochwasser und nun das Erdbeben - in dieser Hinsicht war 2013 ein ganz besonderes Jahr!!